Konzept

Platz haben zum Kind sein. Die in Weimar vorhandenen Grünflächen könnten somit täglich von den Stadtkindern genutzt werden. In der heutigen Zeit ist es vielen Kindern nicht mehr ohne weiteres möglich, ihre Zeit in der freien Natur zu verbringen. Der Lebensraum von Kindern wird durch eine hoch technisierte und motorisierte Gesellschaft mehr und mehr verändert, und die Bedürfnisse von Kindern werden immer weniger berücksichtigt. Die sogenannte „Straßenspielkultur“, also die Möglichkeit, sich mit anderen Kindern auf der Straße zum Spielen zusammenzufinden, ist in der Regel nur noch in ländlichen Gebieten gegeben. Zunehmende Bebauung von Freiräumen und auch die Zunahme des Straßenverkehrs sorgen dafür, dass Kinder nicht mehr ungehindert und ohne Erwachsenenbegleitung selbst gewählte Plätze zum Spielen aufsuchen können. Die heutige Lebenssituation vieler Kinder ist geprägt von Reizüberflutungen, Bewegungsmangel, funktionsbestimmten Spielzeugen und gelenkten Freizeitangeboten. Kinder, die sich täglich in der freien Natur austoben können, leiden weniger unter Haltungsschäden, stärken ihre Abwehrkräfte und schulen ihre motorischen Fähigkeiten. Die Kinder lernen die Natur mit all ihrer Vielfalt kennen und entwickeln ein verantwortungsbewussten Umgang mit ihr.

„Man liebt nur, was man kennt, und man schützt nur, was man liebt.“

In der Waldorfpädagogik wird davon ausgegangen, dass das Kind im ersten Jahrsiebt ausschließlich durch Nachahmung lernt. Die Persönlichkeit des Erziehers bekommt somit eine große Bedeutung, denn alles, was er oder sie machen, gibt dazu Anlass, von den Kindern nachgeahmt zu werden. Durch diese vielen sinnvollen Aufgaben, die es im Wald wahrlich gibt, ist es uns als Erzieher gut möglich, diesem Auftrag gerecht zu werden. Uns ist es sehr wichtig, den Kindern ein Verständnis für Lebenszusammenhänge und Alltagstätigkeiten, wie z.B. Mittagstisch decken, Brennholz sammeln – Feuer machen – Suppe kochen, sähen – ernten, vom Schafschären bis zum Pullover, von der Apfelernte zum Apfelsaft usw. so nahe zu bringen. Die Kinder wollen am echten Leben mitwirken, diese Tätigkeiten greifen sie auf und verwandeln sie fantasievoll im Spiel. So werden Geist und Verständnis natürlich geweckt. Die Zeit in unseren Bauwagen oder im Sommer auf dem Hof geben uns Gelegenheit zu künstlerischen, handwerklichen und kreativen Tätigkeiten. Die Kinder nehmen natürlich auch wahr, wie wir zu anderen Erwachsen sind, ob wir mit Freude durch das Leben gehen und uns auch am Regen freuen können und Staunen können über die vielen Dinge im Wald. Den täglichen Hürden mit Humor zu begegnen. Dies alles prägt die Kinder im Kindergartenalter.

Der Wald- oder Naturkindergarten ist eine Form des Kindergartens, die aus Skandinavien stammt. Der wesentliche Unterschied zu konventionellen Kindergärten besteht darin, dass die betreuten Kinder mit ihren Erziehern den Kindergartenalltag fast durchgehend außerhalb von Gebäuden, d. h. im Wald oder auf der Wiese verbringen. Da die meisten Wald- und Naturkindergärten konzeptionell kein konventionelles Spielzeug mit „vorgeschriebener“ Bedeutung nutzen und die Kinder mit Naturgegenständen spielen, wirkt sich die Waldpädagogik auch auf die Sprachentwicklung unterstützend aus, da sich die Kinder über selbst definierte Spielsachen und das Spielgeschehen intensiver austauschen.

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